Sie sind hier: Energieausweis / FAQ / Allgemeines / 

Klicken Sie auf die Fragen, um die Antwort zu bekommen!

Alle anzeigen / Alle verbergen

Antwort auf/zuklappen

Warum gibt es neue gesetzliche Regelungen?

Hintergrund für die Verpflichtung zur Vorlage von Energieausweisen ist die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden aus dem Jahr 2002 und die nun erfolgte Umsetzung in Österreich und Kärnten.

Durch das Umsetzen der wirtschaftlichen Energiesparpotentiale wird das Haushaltsbud­get entlastet und es kann ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele (Senkung der CO2-Emissionen) und zur Verminderung des Treibhauseffektes erzielt werden.

Antwort auf/zuklappen

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis für Gebäude ist vergleichbar mit dem Typenschein eines Autos. Alle wesentlichen Kennzahlen in Bezug auf den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser sind daraus ersichtlich.
Für Nicht-Wohngebäude werden zudem der Energiebedarf der Belüftung, der Klimatisierung sowie der Beleuchtung berechnet und ausgewiesen. Bei allen Gebäuden mit einer Nutzfläche von mehr als 1.000 m² muss auch verbindlich untersucht werden, ob die Nutzung erneuerbarer Energieträger möglich ist.
In jedem Fall hat der Energieausweis Vorschläge zu enthalten, wo noch Verbesserungsmaßnahmen möglich sind, und welches Energieeinsparpotential damit erreicht werden kann.
Ähnlich wie z.B. bei Kühlschränken, erfolgt eine einfache Einteilung der Gebäude in optischer Form anhand eines Energielabels über die Klassen A++ (beste Qualität) bis G (schlechteste Qualität).

Antwort auf/zuklappen

Wer braucht wann und wozu einen Energieausweis?

Ab März 2008 ist vor der Errichtung von Gebäuden sowie umfassenden Sanierungen von großen Gebäuden (Nutzfläche über 1.000 m²) gesetzlich verpflichtend ein Energie­ausweis bereits für die Baugenehmigung vorzulegen.

Auch für Förderungen wie z.B. die Wohnbauförderung für Neubauten und Sanierungen oder für Energieförderungen (Heizungsanlagen ...) ist ein Energieausweis erforderlich.

Mit dem Energieausweis wird den BauherrInnen der Energiebedarf anschaulich darge­stellt. Sie werden auch auf Möglichkeiten zur Energiekosteneinsparung hingewiesen.

Antwort auf/zuklappen

Gibt es Ausnahmen?

Von der Verpflichtung zur Vorlage eines Energieausweises sind nur wenige Gebäude ausgenommen. Dies sind zum Beispiel Baudenkmäler, Kirchen und Gebäude die nicht beheizt oder gekühlt werden, sowie freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger als 50 m².

Antwort auf/zuklappen

Ist bei der Vermietung, dem Verkauf oder der Verpachtung von denkmalgeschützten Gebäuden ein Energieausweis vorzulegen?

Die in den Kärntner Bauvorschriften im § 11, Abs. 6 angeführten Ausnahmen stellen die Ausnahmen im Sinne des Energieausweis-Vorlagegesetzes (EAVG) dar. Ausgenommen sind:

a) Baudenkmäler und Gebäude, die als Teil eines ausgewiesenen Umfeldes oder aufgrund ihres besonderen architektonischen oder historischen Werts offiziell geschützt sind, wenn die Einhaltung der Anforderungen eine unannehmbare Veränderung ihrer Eigenart oder ihrer äußeren Erscheinung bedeuten würde,
b) Gebäude, die für Gottesdienste oder religiöse Zwecke genutzt werden,
c) Gebäude, die nicht Wohnzwecken dienen und die nicht konditioniert werden,
d) freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger als 50 m2.

D.h. in Kärnten ist aus rechtlicher Sicht bei Vermietung, Verkauf oder Verpachtung von denkmalgeschützten Gebäuden der Energieausweis NICHT zwingend vorzulegen. Selbstverständlich kann er aber vorgelegt werden.

Antwort auf/zuklappen

Was ist neu am Energieausweis?

Der „neue“ Energieausweis ist durch die Umsetzung der „EU-Gebäuderichtlinie“ in Österreich erforderlich geworden.
Im Gegensatz zum „alten“ beschreibt der „neue“ Energieausweis nicht nur die thermische Qualität der Gebäudehülle (Wände, Geschoßdecken, Fenster ...) sondern die sogenannte Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes, welche zusätzlich die haustechnischen Systeme (Heizung, Lüftung, (Warm-)Wasser ...) umfasst. Und er sieht auch gänzlich anders aus, als wir es bisher kennen.
Zum Muster

Antwort auf/zuklappen

Was kann man aus einem Energieausweis „herauslesen“?

Der „spezifische Heizwärmebedarf“, welcher auf der ersten Seite der neuen Energieausweise mittels farbigem „Energielabel“ und zahlenmäßig auf der zweiten Seite des mittleren Zahlenblocks in der zweiten Spalte ausgewiesen wird, bezieht sich auf ein für Österreich einheitlich definiertes Referenzklima mit 3.400 Heizgradtagen und beschreibt – wie auch der „alte“ Energieausweis – „nur“ die thermische Qualität der Gebäudehülle. Aufgrund der Tatsache, dass für ganz Österreich ein einheitliches Klima vereinbart wurde, lassen sich Gebäude von z.B. Heiligenblut mit solchen am Neusiedlersee vergleichen.

 

Der Heizwärmebedarf am Standort des Gebäudes (HWBStandortklima) wird zahlenmäßig auf Seite 2 des Energieausweises – in der dritten Spalte des mittleren Zahlenblocks –ausgewiesen. Da es in Kärnten grundsätzlich kälter ist als dies das Referenzklima beschreibt, müssen die Werte in der Spalte „Standortklima“ stets höher sein als jene in der Spalte des Referenzklimas. (erste und zweite Spalte des mittleren Zahlenblocks).

Der Heizwärmebedarf (im Folgenden kurz HWB genannt) sagt aus, wie viel Energie benötigt wird um ein Gebäudes während der gesamten Heizperiode auf eine Temperatur von 20°C zu erwärmen. Der spezifische HWB bezieht diese Energiemenge auf 1 m² (Geschoßfläche) des Gebäudes.
Die Art des Heizsystems (Pellets, Wärmepumpe, Öl, Gas ...), der Wirkungsgrad der Heizungsanlage sowie das Wärmeabgabesystem werden dabei nicht berücksichtigt. Ebenso keine Berücksichtigung im HWB findet die Art der Warmwasserbereitung inklusive aller damit in Verbindung stehenden Anlagenteile.

Die obigen genannten Bereiche des Heizungs- und Warmwassersystems finden in den Energiekennzahlen (zweite Seite des Energieausweises, mittlerer Zahlenblock) für
• WWWB WarmWasserWärmeBedarf (2-te Zeile)
• HTEB-RH HeizTechnikEnergieBedarf der RaumHeizung (3-te Zeile)
• HTEB-WW HeizTechnikEnergieBedarf der WarmWasser Aufbereitung
   (4-te Zeile)
• HTEB HeizTechnikEnergieBedarf Gesamt (5-te Zeile) ihre Berücksichtigung.

Der „Heizenergiebedarf (HEB)“ (zweite Seite des Energieausweises, 6-te Zeile), entspricht der Summe des Heizwärmebedarfs (HWB), des Warmwasserwärmebedarfs (WWWB) und des Heiztechnikenergiebedarfs (HTEB) und beschreibt somit die Verluste aus der thermischen Qualität der Gebäudehülle wie auch jene der Raumheizung und der Warmwasseraufbereitung. Beim Wohngebäude entspricht der Endenergiebedarf (EEB) dem HEB.
Bei Nicht-Wohngebäude werden zusätzlich der Energiebedarf der Klimatisierung, der Belüftung, wie auch der Beleuchtung ausgewiesen. Der daraus resultierende Energiebedarf wird als Summe all dieser Komponenten im EEB zusammengefasst.

Ob es sich um den Energieausweis für ein Wohn- oder Nicht-Wohngebäude handelt, ist aus der „Kopfzeile“ der Seiten 1 und 2 ersichtlich.

Antwort auf/zuklappen

Sind Energieausweise, die in den letzten Jahren erstellt wurden, noch gültig?

NEIN!

"Alte Energieausweise", ohne einer Beschreibung der haustechnischen Systeme (Heizung, Lüftung, (Warm-)Wasser etc), sind NICHT als Energieausweise im Sinne der geänderten Bauvorschriften zu verstehen.
Auf der Basis "alter Energieausweise" dürfen sohin auch KEINE Baubewilligungen mehr erteilt werden!

Erkennbar sind die mittlerweile ungültigen Energieausweise am 7-teiligen Energielabel (Klassen A bis G). Die neuen Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz haben eine 9-teilige Skala von A++ bis G und beinhalten auf der zweiten Seite die Energiekennzahlen der Haustechnik. Zum Muster der beiden Energieausweise.
 
Bitte achten Sie daher bei JEDEM Bauansuchen mit Stichtag 12. März 2008 darauf, dass der Energieausweis, welcher der Baubehörde zweifach in Papier und elektronisch im ZEUS-Kärnten vorgelegt werden muss, ein Ausweis der GESAMT-Energieeffizienz des Gebäudes ist. "Alte Energieausweise" sind seit diesem Zeitpunkt UNGÜLTIG! Link zur Rechtsauskunft der Abt. 7.
 
Es ist jedoch möglich – wenn sich am Gebäude selbst nichts geändert hat – die bereits berechneten Energieausweise in die neue Berechnungssoftware einzulesen – dafür muss jedoch die Berechnungsdatei und nicht nur ein Ausdruck vorhanden sein – und dort zu überarbeiten.
Aufgrund der Tatsache, dass das Gebäude nicht neu eingegeben werden muss, verkürzen sich die Bearbeitungszeiten und damit auch die Kosten für die Neuausstellung eines bereits vorhandenen Energieausweises wesentlich.
energie:bewusst Kärnten die Energieausweis-Datenbank ZEUS – zusammen mit den Bundesländern Salzburg und Steiermark – entwickelt. In diese Datenbank – die auch von Gemeinden genutzt werden kann – wurden alle zur Verfügung stehenden Energieausweise die seit dem Jahr 2000 in Kärnten berechnet wurden (ca. 7.500) eingespielt.
Bevor also ein neuer Energieausweis gerechnet wird, sollte überprüft werden, ob ein solcher nicht bereits in ZEUS vorliegt.
Das kann den Bau- oder Förderwerben erhebliche Kosten ersparen.

Antwort auf/zuklappen

Was wird für die Berechnung eines Energieausweises benötigt?

Es werden die folgenden Unterlagen benötigt:

  • Antrag - Energieausweis (Link zum Antrag)
  • Bauteilbeschreibungen
  • Aktueller Einreichplan inkl. aller Änderungen (Kopie im Originalmaßstab)
  • Detailpläne der Haustechnik (z.B. Heizungsplan)
  • Prüfbericht der Fenster (Ausstellungsdatum nach dem 01.08.2003).

Wird kein Prüfbericht der Fenster beigelgt bzw. sind die detaillierten Herstellerangeben nicht ersichtlich, werden Standardwerte angenommen.

Im Falle von Sanierungen ist das Bestandsgebäude zusätzlich durch aktuelle Fotos zu dokumentieren:

  • Fassadenansichten 
  • Fotos der Zu- und Umbauten
  • Fotos aus dem Heizraum
  • Fotos der Haustechnik (z.B. Lüftung)

Bitte beachten Sie, dass wenn Ihre Angaben nicht vollständig sind, ist die Berechnung des Energieausweises NICHT möglich. Ihre Angaben müssen den tatsächlichen Ist-Zustand des Gebäudes beschreiben.

Antwort auf/zuklappen

Was kostet ein Energieausweis?

Bei der Berechnung eines Energieausweises wird das gesamte Gebäude wie es in der Natur steht oder stehen soll im Computer „nachgebaut“. Dementsprechend können die Kosten sehr unterschiedlich sein.
Für einen Neubau muss man derzeit als Richtpreis mit ca. € 450,-- (inkl. MWSt) rechnen.
Bei älteren Gebäuden hängen die Kosten im Wesentlichen von der Qualität der zur Verfügung gestellten Unterlagen ab. Wenn alle Pläne und Baubeschreibungen vorhanden sind, sind die Kosten mit jenen von Neubauten vergleichbar.

Antwort auf/zuklappen

Wer ist berechtigt Energieausweise auszustellen?

Laut Information vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sind zur Ausstellung von Ausweisen über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden die folgenden Gewerbe berechtigt:
Baumeister, Elektrotechnik, Gas- und Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Kälte- und Klimatechnik, Lüftungstechnik, Ingenieurbüros einschlägiger Fachrichtung und Zimmermeister. Für Rauchfangkehrer, Hafner und Ingenieurbüros für Innenarchitekten gilt ein eingeschränkter Befugnisumfang auf bestehende Wohngebäude bzw. Ein- und Zweifamilienhäuser.
Zudem fällt die Ausstellung von Energieausweisen in den Befugnisumfang der Ziviltechniker mit einschlägiger Befugnis.

Zur weiterführenden Information.

 
Flatschacher Straße 70
9020 Klagenfurt
Tel.: 050 / 536 18802
Fax: 050 / 536 18800
energiebewusst(a)ktn.gv.at
www.energiebewusst.at
DVR. Nr.: 0003387